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Parodontologie

Etwa 50% aller Deutschen sind betroffen von der Parodontitis, einer entzündlichen Erkrankung des Zahnfleisches und des Stützgewebes, die den Zahn in seiner Verankerung schwächt.
Dabei gibt es sowohl leichte als auch schwere Formen, die unbehandelt zu Verlust von oft scheinbar gesunden und kariesfreien Zähnen führen. Etwa 30% der betroffenen Patienten leiden an einer schweren Form der Parodontitis. Der Krankheitsverlauf bleibt vom Patienten oft unbemerkt weil die Parodontitis in chronischer Form schmerzfrei verläuft.
Die Verursacher von Parodontitis sind grundsätzlich bestimmte Bakterien, die sich als ein sog. Biofilm in der Zahnfleischtasche auf der Wurzeloberfläche des Zahnes ansiedeln und vermehren.
Das Immunsystem des betroffenen Patienten reagiert in Abhängigkeit unterschiedlicher zusätzlicher Risikofaktoren wie z.B. Nikotineinfluss oder Diabetes mit einer Entzündung im Zahnbett.
Hierbei kommt es zur Zerstörung der Gewebe des Zahnhalteapparates mit fortschreitender Lockerung des Zahnes, sowie Verlust an Kieferknochen.

Die Behandlung der Parodontitis hat zum Ziel, durch sorgfältige Entfernung der auf der Zahnwurzeloberfläche befindlichen bakteriellen Beläge (Plaque), eine Heilung der entzündlichen Veränderung im Zahnbett zu erreichen und damit der weiteren Zerstörung von Zahnhalteapparat und Kieferknochen entgegen zu wirken.
Aufgrund der bakteriellen Ursache der Erkrankung ist die Grundlage für eine langfristig erfolgreiche parodontale Therapie, dass die betroffenen Patienten vor der eigentlichen Behandlung durch Präventivmassnahmen (siehe auch Prophylaxe) zu einer optimalen häuslichen Mundhygiene geschult werden.
Neben anderen weiterführenden Untersuchungen wird in der Regel eine bakteriologische Untersuchung der Taschenkeime durchgeführt.
Die eigentliche Behandlung der Parodontitis erfolgt nicht wie früher üblich invasiv und grundsätzlich chirurgisch, sondern kausal, d.h. ursachenbezogen und sehr schonend.

Antimikrobielle photodynamische Therapie (aPDT):

Die aPDT bietet eine völlig neue Perspektive für die antiinfektiöse Behandlung bei Parodontitis und Periimplantitis. Wissenschaftliche Studien haben nachgewiesen, dass durch diese Methode mehr als 99% der problematischen Bakterien einer entzündeten Zahnfleischtasche bei Parodontitis oder Periimplantitis abgetötet werden.
Wir haben uns für das wissenschaftlich am Besten untersuchte System der Fa. Helbo entschieden. Im Gegensatz zu den ähnlichen Systemen der Mitbewerber liegen hier bereits wissenschaftliche Langzeitdaten zur Wirksamkeit und Unbedenklichkeit vor.
Die Anwendung der aPDT mit dem System Helbo ist völlig schmerzfrei, hoch spezifisch wirksam gegen alle Bakterienarten und völlig ohne Nebenwirkungen.
Zum Einsatz kommt hierbei ein Farbstoff, der die Zellwände der Bakterien färbt und damit für Licht einer bestimmten Wellenlänge sensibilisiert. Dieses Licht wird durch einen photodynamischen Laser erzeugt und mit einer Faseroptik in den bakteriell besiedelten, zuvor eingefärbten Bereich appliziert. Das Einwirken des Laserlichts führt zur sofortigen Zerstörung der Bakterienhülle, der sogenannten Zellmembran.
Die Wirkweise der aPDT ist hochspezifisch für alle Bakterienarten, wirkt also auch gegen die aggressiven Erreger, welche charakteristisch für entzündete Taschen am Zahn oder Implantat sind.
Diese konnten in der Vergangenheit in bestimmten Krankheitsfällen nur durch die Gabe von Antibiotika in Verbindung mit der eigentlichen Parodontaltherapie eliminiert werden. Nebenwirkungen der Antibiotika, sowie die zunehmende Resistenz bestimmter Erreger gegen diese Medikamente sind allgemein bekannte Probleme, die durch den Einsatz der aPDT nun vermieden werden können.
Im Gegensatz zu den thermischen Lasern, die wissenschaftlich umstritten sind hat der photodynamische Laser eine völlig andere, wissenschaftlich nachgewiesene Wirkweise. Er gibt völlig nebenwirkungsfreies Licht einer definierten Wellenlänge an die Umgebung ab und wirkt nicht durch Erhitzung, Karbonisation oder Verdampfung von Gewebe und Bakterien!
Eine weitere positive Wirkung bei der Laseranwendung im Rahmen der aPDT ist der photobiologische Effekt.  Durch das Laserlicht wird in den Mitochondrien der körpereigenen Zellen die Bildung des regenerationsfördernden ATP (Adenosintriphosphat) verstärkt. Die Gewebeheilung wird dadurch positiv beeinflusst und beschleunigt.
So können Patienten, die z.B. an chronisch rezidivierenden Aphthen, Herpes simplex und vielen anderen schmerzhaften Erkrankungen des Zahn- Mund- und Kieferbereichs leiden ebenfalls von der heilsamen photobiologischen Wirkung unseres Lasers profitieren.

Parodontitisbehandlung , schonend und effektiv mit Ultraschallmethoden:

In der konservativen Behandlungsphase wird der bakterielle Biofilm auf der Wurzeloberfläche durch minimal invasive Behandlungsmassnahmen mit Ultraschall und begleitender lokal- medikamentöser Behandlung im Sinne der sog. „Full mouth desinfection“ entfernt. Durch diese Behandlungsmassnahme wird das empfindliche Zement der Wurzeloberfläche, welches für die Regeneration des Zahnhalteapparates unverletzt beiben muss geschont.

Laser in der Parodontologie?

Insbesondere in der Parodontitistherapie wird seit einiger Zeit der Einsatz unterschiedlicher Laser stark beworben. (weitere Informationen)

Geweberegeneration von Parodont und Kieferknochen
mit EmdogainR

Die korrektive Phase der Parodontitistherapie ist in bestimmten Situationen erforderlich, um einerseits den durch Entzündung verlorengegangenen Zahnhalteapparat und Knochen wieder aufzubauen, andererseits aber auch zurückgehendes Zahnfleisch aus medizinischen oder kosmetischen Gründen (siehe auch Ästhetik) zu korrigieren.
Die aktuell geeignetste Methode zur Regeneration des Zahhalteapparates nach Parodontitis ist die Anwendung eines künstlich hergestellten Eiweißstoffes (Protein), dem sog. Amelogenin.
Das unter dem Handelsnamen Emdogain© erhältliche Präparat wird unter mikrochirurgischen Bedingungen, d.h. ohne umfangreiche Operationswunden, eventuell in Verbindung mit synthetischen Füllstoffen oder Eigenknochen des Patienten in den Knochendefekt des Zahnhalteapparats eingebracht. Diese geweberegenerative Massnahme führt zu einem sehr gut vorhersagbaren Wiederaufbau des Zahnhalteapparats mitsamt Knochen und bietet so die Möglichkeit gelockerte und prognostisch ungünstige Zähne parodontal zu verbessern und langfristig zu stabilisieren. (weitere Informationen)

Plastische Parodontalchirurgie, Zahnfleischkorrekturen

Die plastische Korrektur eines ungünstigen Zahnfleischverlaufes, z.B. bei freiliegenden Zahnhälsen durch Zahnfleischrückgang (Rezession), zu kurzen oder zu langen Zähnen, schlechte Hygienemöglichkeit durch hinderliche Lippen- oder Wangenbändchen kann durch verschiedene parodontalchirurgische Techniken erreicht werden.
Plastische Behandlungsmassnahmen werden häufig aus ästhetisch- kosmetischen Gründen angewandt, um Patienten wieder eine optimale Frontzahnästhetik zu geben. Diese beruht nicht nur auf einem idealen Erscheinungsbild der Zähne, sondern auch in hohem Maße auf wohlgeformtem und proportionierten Zahnfleisch.
Parodontaltherapie / ParodontosebehandlungKunst beim Zahnarzt / ParodontosePlastische ParodontalchirurgieZahnfleischkorrekturen mit Vergrößerungsoptik